Verein

 

Der Bairisch-Alpenländische Volksmusikverein e.V.

Ein Grundgerüst der volksmusikalischen Tradition ist der zeitliche Ablauf im Kirchenjahr und im bäuerlich- ländlichen Umfeld. Daraus ergeben sich die Themen für all die Lieder und Stücke, die zu den verschiedenen Anlässen entstanden. 

Sie sind in zeitliche und regionale Zusammenhänge eingebunden, aus denen sie ohne grundlegende Veränderungen nicht herausgerissen werden sollten. In den Texten wird der Lebenszyklus in allen Facetten und mit seinen Besonderheiten genauestens beschrieben. Wenn man gegenwärtig manche Inhalte als antiquiert betrachtet, sodass sie nicht mehr in die heutige Zeit passen, sollten sie aufgrund ihres historischen Wertes für kommende Generationen dennoch erhalten bleiben.

Was wertvoll ist und was nicht bestimmt am Ende allein die Zeit!

Unsere musikalischen Vorgänger haben einen reichhaltigen Schatz an Liedern, Tänzen und Stücken geschaffen und aufgeschrieben, aus denen wir noch lange schöpfen können. Es muss nicht immer auf den Kiem Pauli oder den Wastl Fanderl zurückgegriffen werden, aber sie waren es, die einen Weg vorgezeichnet haben. 

Die Volksmusik zu pflegen, ob lustig, besinnlich oder festlich, das ist das gemeinsame Anliegen des Vereins. Lebendig wird und bleibt sie nämlich nur dann, wenn sie in selbstverständlicher Art von den Musikanten weiterhin gespielt bzw. gesungen wird – mit all ihren Besonderheiten in Bezug auf Satztechnik und Harmonie. Diese Tatsache macht die überlieferte Volksmusik zu einer ganz eigenen Musikgattung, die sich dadurch auch sehr klar von anderen Richtungen abgrenzt.

Der Bairisch-Alpenländische Volksmusikverein e.V.

Es kann und wird nicht Ziel sein, einzelne Musikrichtungen gegeneinander auszuspielen. Wir möchten uns dafür einsetzen den Platz zu festigen, den die uns überlieferte Musiktradition durch die Tätigkeit unserer Vorgänger bekommen hat, ihn zu bewahren und weiterzuentwickeln.

Bereits seit längerem kam man bei Sänger- und Musikantentreffen immer wieder auf den Themenbereich zu sprechen: die Verwässerung, das Herausnehmen von Stilelementen aus der Volksmusik, die Mischung verschiedener Musikstile. Der Begriff „Volksmusik" scheint sich allmählich gänzlich im musikalischen Gewirr aufzulösen. 

Als aktive und überzeugte Musikanten wissen wir aber um den Wert des Musikgutes der alpenländischen Regionen. Dieser Schatz, das Wissen der Pioniere sollte nicht verfallen, sondern der Nachwelt erhalten bleiben. 

In zahlreichen Seminaren, in denen viele von uns als Musiklehrer mit Jugendlichen und Erwachsenen arbeiteten, durften wir erfahren, wie positiv Volksmusik angenommen wird. Mit dem Wissen um die Entstehung von Volksliedern sowie die Herkunft der Musikstückln wächst die Freude an der überlieferten Musik. Gerade auch in Zeiten, in denen auf schulischem Gebiet die musischen und künstlerischen Fächer immer mehr beschnitten werden, sollte man sich um die Fortführung unseres Musikstils bemühen. Musikalische Bildung gehört unumgänglich zur Kultur.

Die Musikschulen leisten hervorragende Arbeit in der Vermittlung des fachlichen Könnens. Wir möchten als Erweiterung dieser Fähigkeit das musikantische Element, die regionale Färbung und Musizierweise erfahrbar machen. Es zählt doch gerade auch zu den Besonderheiten der Volksmusik, dass sie durch die räumliche Prägung unterschiedlich gestaltet ist.

Aus diesem Einvernehmen heraus überlegten die jetzigen Gründungsmitglieder des „Bairisch-Alpenländischen Volksmusikvereins e.V.", wie man das Verständnis für die Überlieferung ausweiten und weitergeben kann.

Das Vorhaben

... ein Forum für erfahrene und junge Sänger und Musikanten zu schaffen, gewann allmählich immer mehr an Bedeutung. Die Gründung eines Vereins von und für die Volksmusik, vor allem für Volksmusik-Praktiker war die logische Schlussfolgerung daraus.

Volksmusikanten aus verschiedenen Regionen Bayerns beschlossen daher aktiv zu werden. 

So haben wir uns am 19. Januar 2007 in Söllhuben getroffen, um Erfahrungsaustausch zu betreiben und unsere Vorstellungen und Ziele zu definieren. Wir wollen aus unserer Überzeugung heraus regionale Musiktradition weiter betreiben, - die Vielfalt und den Reiz in den Vordergrund rücken und den nächsten Generationen bewahren. Unter diesen Prämissen sollte der Verein gegründet werden.

19. Januar 2007

Das geschah noch am selben Abend. Zum Vorstand wurde Peter Reiter, zum 2. Vorstand Roman Messerer, zum Kassier Manfred Wörnle und zum Schriftführer Peter Egner gewählt. Auch fünf Beisitzer konnten benannt werden. Dies sind Marlene Lindmair, Mathias Häusler, Karl Bogner, Fritz Resch und Norbert Henner. Als Berater des Vorstands wurde Josef Staber (Hugl Sepp) ernannt. Aus dem Hause Wittelsbach steht IKH Helene in Bayern dem Verein tatkräftig zur Seite. Als Redakteurin konnte Birgit Halmbacher gewonnen werden. Franz Heigl ist unser rühriger Gebietsvertreter Isarwink'l.

Folgende Vorgaben haben wir in der Satzung verankert! 

Der Verein ist Förderer der traditionellen alpenländischen Volksmusik. Er hat die Aufgabe, den Erhalt der bodenständigen Volksmusik, den Volksgesang und das Brauchtum zu forcieren. Hierbei wird besonders die volksmusikalische Arbeit im Bereich der Jugend unterstützt und aktiv betrieben.

Die dem Verein zufließenden Mittel sind zur Finanzierung von musikalischen Veranstaltungen und Veröffentlichungen vom Verein zu verwenden. In Projekten, Kursen und Seminaren werden einzelne Gruppen und Personen im Rahmen der musikalischen Ausbildung gefördert. 
Vierteljährlich erscheint „Musik & Tradition", als Zeitschrift zur Information der Mitglieder und aller Interessierten. Veröffentlichungen von Noten, CDs und in Buchform ist in Planung. 

Wir möchten uns um einen Brückenschlag zwischen alten Volksmusikanten und Sängern sowie der Jugend bemühen, um gemeinsam die musikalische Tradition nicht abreißen zu lassen. Die positive Erfahrung, die sich gerade aus dem gemeinsamen Musizieren von Jung und Alt ergibt, aus der auch unsere Begeisterung für die Volksmusik stammt, sollte allen zugänglich gemacht werden. 

Unter diesen Vorgaben versuchen wir den Verein aus den Kinderschuhen herauszuführen, Freude an der Tradition zu wecken und damit Breitenwirkung zu erzielen. 

Für Ihre Unterstützung dieser Idee sind wir dankbar.